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Arbeitsrecht an Feiertagen: was Pflicht ist, was Tarif

Das Entgeltfortzahlungsgesetz regelt, dass Arbeitnehmer für ausgefallene Stunden an Feiertagen weiter bezahlt werden. Wo das gilt, wo Sonderregelungen greifen und welche Zuschlaege bei Feiertagsarbeit üblich sind.

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Von Eike-Christian Ramcke

Redaktionelle Disclaimer-Verantwortung arbeitstage-berechnen.de

Hinweis: Redaktioneller Inhalt. Keine Rechtsberatung.
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An Feiertagen gilt: kein Lohnabzug

Das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) Paragraf 2 schreibt klar vor: an gesetzlichen Feiertagen erhalten Arbeitnehmer für ausgefallene Stunden weiterhin den Lohn, als hätten sie regulaer gearbeitet. Diese Regelung gilt für alle Beschaeftigten - Vollzeit, Teilzeit, Minijobber, Auszubildende, Schichtarbeiter.

Hinweis: dieser Ratgeber gibt einen rechtlichen Überblick, ist aber keine Rechtsberatung. Bei Streitfällen einen Fachanwalt für Arbeitsrecht oder die zuständige Gewerkschaft konsultieren.

Voraussetzung: der Feiertag muss auf einen regulaeren Arbeitstag fallen. Wenn der Feiertag auf einen Sonntag fällt (Beispiel: 1. Mai 2022), gibt es keinen Lohn-Mehrwert - der Tag wäre ohnehin frei gewesen.

Wer arbeitet, bekommt Zuschlaege

In Branchen mit Feiertagsbetrieb (Pflege, Gastronomie, Notdienste, Polizei, Verkehr) wird oft auch an Feiertagen gearbeitet. Hier greifen steuerfreie Zuschlaege nach Einkommensteuergesetz Paragraf 3b:

ArbeitszeitSteuerfreier Zuschlag
Sonntag50 Prozent vom Grundlohn
Gesetzlicher Feiertag125 Prozent vom Grundlohn
Weihnachten + Neujahr150 Prozent vom Grundlohn
Tag der Arbeit (1. Mai)150 Prozent vom Grundlohn
Nachtarbeit (23-6 Uhr)25 Prozent vom Grundlohn

Tarifverträge können höhere Zuschlaege regeln. Der überschiessende Teil ist dann steuerpflichtig.

Sonntags- und Feiertagsarbeit ist grundsätzlich verboten

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) Paragraf 9 verbietet Arbeit an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen generell. Ausnahmen regelt Paragraf 10 ArbZG: Pflege, Krankenhaeuser, Altenheime, Gastronomie, Hotels, Verkehr, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Theater, Kinos, Museen, Sport, Energie- und Wasserversorgung, landwirtschaftliche Ernte.

In nicht-Ausnahmebetrieben ist Sonntagsarbeit verboten. Bei Verstoss drohen Bussgelder bis 15.000 Euro (ArbZG Paragraf 22). Mindestens 15 Sonntage pro Jahr müssen auch in Ausnahmebetrieben arbeitsfrei sein (ArbZG Paragraf 11).

Was nicht gilt: betriebsuebliche freie Tage

Karneval, Rosenmontag, Heiligabend, Silvester sind keine gesetzlichen Feiertage. An diesen Tagen muss regulaer gearbeitet werden. Viele Unternehmen geben sie freiwillig frei oder zaehlen sie als halbe Urlaubstage.

Beispiele aus Tarifverträgen: Banken (Tarifvertrag) - Heiligabend und Silvester arbeitsfrei. Karneval in NRW - Rosenmontag, Veilchendienstag oft halbe Tage. Ohne Tarifvertrag oder ausdrueckliche Regelung im Arbeitsvertrag besteht kein Anspruch auf frei.

Wenn der Arbeitgeber Lohnabzug macht

Lohnabzug für einen ausgefallenen Feiertag ist rechtswidrig. Der Arbeitnehmer hat folgende Optionen: schriftliche Beschwerde an die Lohnbuchhaltung mit Verweis auf EFZG Paragraf 2, Betriebsrat einschalten, Gewerkschaft bei Mitgliedschaft, Arbeitsgericht-Klage als letzte Stufe. Verjaehrung: 3 Jahre nach Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist (BGB Paragraf 195).

Quellen und Weiterlesen

  • EFZG (Entgeltfortzahlungsgesetz)
  • ArbZG (Arbeitszeitgesetz) Paragraf 9-12
  • EStG Paragraf 3b (Steuerfreie Zuschlaege)
  • Feiertage-Datenbank

Häufige Fragen

Was Leserinnen und Leser sonst noch fragen

Bekomme ich an Feiertagen Lohn?
Ja. Nach Entgeltfortzahlungsgesetz Paragraf 2 erhalten Arbeitnehmer für ausgefallene Stunden an Feiertagen weiterhin Lohn, als hätten sie regulaer gearbeitet. Gilt für alle Arbeitnehmer, auch Minijobber.
Welche Zuschlaege gibt es bei Feiertagsarbeit?
Steuerfrei bis 125 Prozent des Grundlohns (Einkommensteuergesetz Paragraf 3b). Tarifverträge regeln oft höhere Zuschlaege (150-200 Prozent), die dann nur bis 125 Prozent steuerfrei sind.
Darf am Sonntag gearbeitet werden?
Grundsätzlich nein. Ausnahmen: Pflege, Gastronomie, Verkehr, Polizei, Feuerwehr, Notdienste. Geregelt im Arbeitszeitgesetz Paragraf 10. Pro Jahr muss mindestens 15 Sonntage frei sein.
Was ist bei Feiertagen am Sonntag?
Wenn ein gesetzlicher Feiertag auf einen Sonntag fällt, gibt es keinen Ausgleichstag. Beispiel: 1. Mai 2022 (Sonntag) gab keinen Brückentag. Arbeitnehmer "verlieren" diesen Feiertag.
Werden Brückentage automatisch bezahlt?
Nein. Brückentage sind reguläre Arbeitstage, die durch Urlaub freigenommen werden müssen. Manche Tarifverträge gewaehren Brückentage als Sonderurlaub (z. B. bei Banken), das ist aber Tarif, nicht Gesetz.

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