Ratgeber · Kalorien-Mathematik 2026
Arbeitstage und Lohnabrechnung: die wichtigsten Regeln
In der Lohnabrechnung muessen Arbeitstage genau erfasst werden. Wann es auf den Kalendermonat ankommt, wann auf die taegliche Arbeitszeit. Mit Beispielen zu unterjaehrigen Ein- und Austritten.
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Arbeitstage als Bezugsgroesse der Lohnabrechnung
In der monatlichen Lohnabrechnung ist die Anzahl der Arbeitstage eine zentrale Bezugsgroesse. Bei Vollzeit-Festgehalt sind sie meist unsichtbar im Hintergrund. Bei Teilzeit, Stundenlohn, anteiligen Monaten oder Sondervereinbarungen werden sie explizit ausgewiesen und beeinflussen direkt den Auszahlungsbetrag.
Hinweis: dieser Ratgeber stellt allgemeine Informationen dar. Konkrete Fragen zur eigenen Abrechnung sollten mit dem Lohnbuchhalter, Steuerberater oder einer Lohnsteuerhilfe geklaert werden.
Anteilige Berechnung bei Teilmonaten
Standardpraxis in Deutschland: pro Kalendermonat werden 30 Tage als Bezugsgroesse genommen. Das vereinfacht die Rechnung und ist im Sozialversicherungs-Recht uebliche Konvention.
Beispiel: Eintritt am 16. April 2026. Gehalt 4.000 Euro Brutto. Der April hat 30 Kalendertage, davon entfallen 15 auf den Beschaeftigten (16.-30.4.). Berechnung:
Anteiliges Bruttogehalt = 4.000 × (15 / 30) = 2.000 Euro
Diese 30-Tage-Konvention gilt auch fuer Februar (mit 28 oder 29 Tagen) und fuer Monate mit 31 Tagen. Daraus ergibt sich, dass jeder Tag in einem Februar absolut "mehr wert" ist als in einem Januar.
Alternative: nach Arbeitstagen anteilig
Manche Lohnbuchhaltungen nutzen statt der 30-Tage-Konvention die Anzahl der Arbeitstage im Monat als Bezugsgroesse. Beispiel: 21 Arbeitstage im April 2026, Eintritt am 16. April. Wenn 11 Arbeitstage zwischen 16. und 30.4. liegen:
Anteiliges Bruttogehalt = 4.000 × (11 / 21) = 2.095,24 Euro
Geringfuegiger Unterschied (+95 Euro). Welche Methode wann anzuwenden ist, regelt der Tarifvertrag oder der Arbeitsvertrag. Wenn beides schweigt, gilt die Branchenkonvention - meistens 30-Tage-Methode.
Stundenlohn: tatsaechliche Stunden zaehlen
Bei Stundenlohn (typisch in Gastronomie, Einzelhandel, Reinigung) werden tatsaechlich gearbeitete Stunden multipliziert. Arbeitstage sind hier weniger relevant - relevanter ist die Wochenstundenzahl und der Stundenlohn.
Feiertage werden bezahlt, wenn der Mitarbeiter regulaer gearbeitet haette (Entgeltfortzahlungsgesetz Paragraf 2). Beispiel: regulaer Mo-Do, Karfreitag (Fr) ist nicht relevant; Ostermontag (Mo) waere regulaer gearbeitet, wird bezahlt.
Sozialversicherungs-Beitragsbemessung
Sozialversicherungsbeitraege (Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung) berechnen sich vom Brutto-Lohn. Arbeitstage sind hier indirekt wichtig: sie bestimmen die Lohnhoehe. Bei mehreren Beschaeftigungen werden Loehne zusammengezaehlt fuer die Beitragsbemessung. Bei Krankheit ueber 6 Wochen uebernimmt das Krankengeld der Krankenkasse.
Anzeichen fuer fehlerhafte Lohnabrechnungen
Drei Pruefpunkte, an denen Arbeitnehmer ihre Abrechnung verifizieren sollten:
- Arbeitstage stimmen mit Kalender: bei anteiligen Monaten muss die Anzahl Tage zwischen Eintritt und Monatsende klar erkennbar sein
- Feiertage werden korrekt bezahlt: ein gesetzlicher Feiertag werktags darf keinen Lohnabzug erzeugen
- Sozialversicherungsbeitraege im normalen Bereich: etwa 20 Prozent vom Brutto (Arbeitnehmer-Anteil)
Bei Unstimmigkeiten zuerst mit der Lohnbuchhaltung sprechen. Wenn das nicht hilft: Betriebsrat oder Gewerkschaft. Im Notfall Arbeitsgericht. Verjaehrung fuer Lohnansprueche: 3 Jahre (BGB Paragraf 195).
Quellen und Weiterlesen
- Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG)
- Sozialgesetzbuch (SGB) Buecher IV, V, VI, VII, XI
- Feiertage und Arbeitsrecht
Häufige Fragen