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Ratgeber · Kalorien-Mathematik 2026

Krankheit und Urlaub: Auswirkung auf die Arbeitstage-Berechnung

Krankheit unterbricht den Urlaub, wird aber als gearbeiteter Tag in der Sozialversicherung gewertet. Wie die Abrechnung praezise erfolgt, wann der Anspruch auf Lohnfortzahlung erlischt und welche Nachweise noetig sind.

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Von Eike-Christian Ramcke

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Hinweis: Redaktioneller Inhalt. Keine Rechtsberatung.

Krankheit unterbricht den Urlaub - aber nur mit Nachweis

Wer waehrend des Urlaubs krank wird, kann die Krankentage nicht als Urlaub anrechnen lassen (BUrlG Paragraf 9). Diese Tage werden in den Urlaubsanspruch zurueckgebucht. Voraussetzung: arzt-attestierte Arbeitsunfaehigkeit und unverzuegliche Meldung an den Arbeitgeber.

Hinweis: dieser Ratgeber stellt allgemeine Informationen dar und ist keine Rechtsberatung.

Voraussetzungen fuer die Anrechnung als Krankheit (nicht Urlaub):

  1. Tatsaechliche Arbeitsunfaehigkeit (nicht nur Unwohlsein)
  2. Arztliche Bescheinigung (AU)
  3. Unverzuegliche Meldung an den Arbeitgeber
  4. Ueberreichung der AU spaetestens am 3. Tag (oder frueher, falls Arbeitsvertrag das vorsieht)

Ohne diese Punkte gilt der Tag als regulaer Urlaub.

Lohnfortzahlung bei Krankheit: 6 Wochen

Das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) Paragraf 3 schreibt vor: bei Arbeitsunfaehigkeit erhaelt der Arbeitnehmer fuer maximal 6 Wochen den vollen Lohn weiter. Berechnung: das, was er ohne Krankheit verdient haette ("Lohnausfallprinzip").

Voraussetzung: 4 Wochen ununterbrochene Beschaeftigung vor Krankheitsbeginn. In den ersten 4 Wochen besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Lohnfortzahlung. Manche Tarifvertraege gewaehren ihn dennoch.

Nach 6 Wochen uebernimmt die Krankenkasse mit Krankengeld (etwa 70 Prozent des Brutto-Lohns, gedeckelt bei der Beitragsbemessungsgrenze, max. 116,38 Euro netto/Tag 2024). Krankengeld wird bis zu 78 Wochen pro 3-Jahres-Zeitraum gezahlt.

Krankheitsmeldung: ab Tag 1 oder Tag 4?

Das Gesetz (EFZG Paragraf 5) verpflichtet zur unverzueglichen Meldung der Arbeitsunfaehigkeit. Die Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung (AU) ist ab dem 4. Tag vorzulegen. Manche Arbeitsvertraege verlangen die AU ab dem 1. Tag - das ist zulaessig.

Seit 1.1.2023 wird die AU elektronisch (eAU) direkt vom Arzt an die Krankenkasse uebermittelt. Der Arbeitgeber kann die Daten dort abrufen. Papier-AU ist nicht mehr noetig, ausser bei privat versicherten Mitarbeitern.

Wiedererkrankung: wann beginnt die 6-Wochen-Frist neu?

Bei Wiedererkrankung mit derselben Diagnose innerhalb von 6 Monaten beginnt die 6-Wochen-Frist nicht neu. Erst nach 12 Monaten ununterbrochener Arbeitsfaehigkeit (oder mit anderer Diagnose) gilt die volle Frist wieder.

Praktischer Effekt: chronische Erkrankungen (Migraene, Rueckenleiden, Depression) koennen die volle 6-Wochen-Lohnfortzahlung schnell aufzehren. Wer 6 Wochen mit Migraene in Q1 ausgefallen ist und in Q2 wieder mit Migraene erkrankt, bekommt direkt Krankengeld - keine erneute Lohnfortzahlung.

Krankheitstage und Urlaubsanspruch

Wichtig: Krankentage kuerzen NICHT den Urlaubsanspruch. Der Mitarbeiter behaelt seinen vollen Urlaubsanspruch, auch wenn er das Jahr ueber laenger krank war. Bei langer Krankheit sammeln sich Resturlaubstage am Jahresende, die ins Folgejahr uebertragen werden muessen.

EuGH-Urteil C-214/10 (2011): Urlaubsanspruch verjaehrt nicht waehrend Krankheit. Die uebliche 31.3.-Verfallfrist gilt erst nach 15 Monaten ab Ende des Urlaubsjahres bei krankheitsbedingt nicht genommenem Urlaub.

Sonderfaelle: Schwangerschaft, Mutterschutz, Elternzeit

Wer waehrend des Urlaubs in Mutterschutzfrist eintritt (6 Wochen vor errechnetem Geburtstermin), wird der Urlaub unterbrochen. Mutterschutz ist keine Krankheit, sondern eine Schutzregelung - aber arbeitsfreie Zeit, die nicht als Urlaub zaehlt.

Elternzeit kuerzt den Urlaubsanspruch um ein Zwoelftel pro vollen Monat Elternzeit (BUrlG Paragraf 17). Beispiel: 4 Monate Elternzeit = 4/12 = 33 Prozent weniger Urlaub. Bei 30 Tagen Vollanspruch nur 20 Tage.

Welche Nachweise sind noetig?

  1. Krankheit: Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung (AU) vom Arzt, elektronisch ueber eAU
  2. Pflegezeit: Pflegegradgutachten oder aerztliche Bestaetigung der Pflegebeduerftigkeit
  3. Mutterschutz: Mutterschaftsbescheinigung der Frauenaerztin
  4. Schwerbehinderung: Schwerbehindertenausweis fuer Zusatzurlaub

Wichtig: Mitarbeiter muessen bei laenger andauernder Krankheit dem Arbeitgeber gegenueber keine Diagnose offenbaren. Nur die Tatsache der Arbeitsunfaehigkeit wird belegt, nicht die Krankheitsursache.

Quellen und Weiterlesen

  • EFZG (Entgeltfortzahlungsgesetz)
  • BUrlG Paragraf 9 (Krankheit waehrend Urlaub)
  • EuGH C-214/10 (Urlaub und Krankheit, 2011)
  • Urlaubsanspruch nach BUrlG

Häufige Fragen

Was Leserinnen und Leser sonst noch fragen

Was passiert mit Urlaub bei Krankheit?
Krankheitstage waehrend des Urlaubs werden nicht angerechnet (BUrlG Paragraf 9). Arbeitnehmer muss Krankheit sofort melden und Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung vorlegen. Tage werden zurueck in den Urlaubsanspruch gebucht.
Wie lange gibt es Lohnfortzahlung bei Krankheit?
6 Wochen (Entgeltfortzahlungsgesetz Paragraf 3). Danach uebernimmt die Krankenkasse mit Krankengeld (etwa 70 Prozent des Brutto-Lohns). Bei Wiedererkrankung mit derselben Diagnose innerhalb 6 Monaten beginnt die Frist nicht neu.
Werden Krankentage als Arbeitstage gezaehlt?
In der Sozialversicherung ja (Beitragsbemessung). Fuer Urlaub und Krankenkassen-Statistik gesondert ausgewiesen. Lohnabrechnung: Krankentage sind bezahlt, aber als "AU" (arbeitsunfaehig) gekennzeichnet.
Ab wann muss eine AU-Bescheinigung vorliegen?
Sofort, also ab dem 1. Tag der Krankheit, wenn der Arbeitsvertrag das vorschreibt. Andernfalls ab dem 4. Tag (Entgeltfortzahlungsgesetz Paragraf 5). Seit 2023 elektronisch via eAU direkt von Arzt an Krankenkasse.
Was zaehlt bei Pflegezeit fuer Angehoerige?
Bis zu 10 Tage pro Pflegefall sind freigestellt (Familienpflegezeitgesetz). Diese zaehlen als Sonderurlaub, nicht als regulaerer Urlaub. Lohnfortzahlung uebernimmt die Pflegeversicherung.

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