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Ratgeber · Kalorien-Mathematik 2026

5-Tage- oder 6-Tage-Woche: welches Modell wann?

Die Wahl zwischen 5- und 6-Tage-Woche ändert nicht nur die woechentliche Arbeitszeit, sondern auch Urlaubsanspruch, Krankentage und Stundenlohn. Mit konkreten Rechenbeispielen.

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Von Mateusz Viola

Verfasser & redaktionelle Verantwortung arbeitstage-berechnen.de

Hinweis: Redaktioneller Inhalt. Keine Rechtsberatung.
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Das Wochenmodell entscheidet über den Alltag

Ob jemand Mo-Fr oder Mo-Sa arbeitet, klingt nach einer kleinen Detailfrage, hat aber spuerbare Auswirkungen auf Stundenlohn, Urlaubsanspruch, Krankentage und sogar steuerliche Behandlung. Die 5-Tage-Woche ist heute Standard in Deutschland, die 6-Tage-Woche findet sich noch in Handel, Gastronomie, Friseur-Handwerk, Pflege und einigen produzierenden Betrieben.

Historisch dominierte bis in die 1960er Jahre die 6-Tage-Woche. Mit der Einführung der "kurzen Arbeitswoche" durch IG-Metall-Tarifverträge ab 1965 wurde die 5-Tage-Woche schrittweise zum Standard. Heute haben etwa 88 Prozent der deutschen Arbeitnehmer eine 5-Tage-Woche. Pilotprojekte zur 4-Tage-Woche (Volkswagen 1993, aktuelle Tests in IT-Firmen) erweitern das Spektrum.

Vergleichsrechnung: 40 Stunden auf 5 oder 6 Tage

Bei gleicher Wochenstundenzahl ergibt sich folgender Unterschied in der Tagesarbeitszeit:

ModellStunden/WocheStunden/TagStundenlohn (3.500 Brutto)
5-Tage-Woche40820,19 Euro
6-Tage-Woche406,6720,19 Euro
5-Tage-Woche489,616,82 Euro
6-Tage-Woche48816,82 Euro

Bei gleichem Stundenlohn und gleicher Wochenstundenzahl ist es egal, ob auf 5 oder 6 Tage verteilt. Was sich ändert: die Tagesarbeitszeit. Wer 6-Tage-Woche mit 40 Stunden hat, arbeitet pro Tag knapp 7 Stunden, was sich angenehmer anfuehlt als 5 × 8 Stunden, aber 6 Tage Pendelweg bedeutet.

Urlaubsanspruch im Vergleich

Das Bundesurlaubsgesetz schreibt 24 Werktage Mindesturlaub bei 6-Tage-Woche vor. Bei 5-Tage-Woche entspricht das 20 Arbeitstagen (24 × 5/6 = 20). Tarifverträge gewaehren oft mehr.

Beispiel IG-Metall-Tarifvertrag: 30 Arbeitstage Urlaub bei 5-Tage-Woche = 6 Arbeitswochen. Bei 6-Tage-Woche wären das 36 Arbeitstage = 6 Arbeitswochen. Die Anzahl Wochen Urlaub bleibt gleich, die Anzahl Tage skaliert.

Praktische Konsequenz: wer von 5- auf 6-Tage-Woche wechselt, bekommt absolut mehr Urlaubstage gutgeschrieben, aber relative die gleiche Erholung. Wichtig bei unterjaehrigem Modell-Wechsel: anteilige Umrechnung pro Quartal.

Krankentage und Lohnfortzahlung

Lohnfortzahlung bei Krankheit (6 Wochen nach EFZG Paragraf 3) gilt in beiden Modellen identisch. Aber die Anzahl bezahlter Krankentage unterscheidet sich:

  • 5-Tage-Woche: 30 Krankentage in 6 Wochen (6 × 5)
  • 6-Tage-Woche: 36 Krankentage in 6 Wochen (6 × 6)

In der Lohnabrechnung wird beides als 6 Wochen behandelt - die Anzahl ist nur relevant für die Krankenkassen-Bescheinigung. Tipp: bei kurzfristiger Krankheit (1-2 Tage) reicht oft die Krankmeldung ohne AU; bei 3+ Tagen ist die elektronische Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung (eAU) seit 2023 Pflicht.

Steuerliche Behandlung

Die Lohnsteuer richtet sich nicht nach dem Wochenmodell, sondern nach dem Monatslohn. Allerdings: Sonntagsarbeit ist steuerlich anders bewertet als Samstagsarbeit. Sonntagszuschlaege sind bis 50 Prozent des Grundlohns steuerfrei (Einkommensteuergesetz Paragraf 3b), Samstagszuschlaege grundsätzlich nicht. Wer in der 6-Tage-Woche regulaer Samstag arbeitet, bekommt also keine steuerfreien Zuschlaege.

Sonderregelung: in der Gastronomie ist der Sonntag ein normaler Arbeitstag, für den dennoch der steuerfreie Zuschlag gilt - was zu interessanten Lohnvorteilen führt.

Welches Modell passt zu welcher Branche?

5-Tage-Woche dominiert: Industrie, IT, Verwaltung, Banken, Versicherungen, Schulen, oeffentlicher Dienst. Etwa 88 Prozent der Beschaeftigten.

6-Tage-Woche bleibt: Einzelhandel mit Samstags-Oeffnung, Gastronomie, Hotel, Pflege, Friseurhandwerk, Bäckereien, Apotheken. Etwa 10 Prozent der Beschaeftigten.

Sonderformen: Schichtarbeit mit rollierenden Modellen (ohne festes Wochenmodell), 4-Tage-Woche bei einzelnen IT-Firmen, Sondervereinbarungen bei Teilzeit.

Modell wechseln: was beachten?

Der Wechsel von 5- auf 6-Tage-Woche oder umgekehrt ist eine Aenderung des Arbeitsvertrags und bedarf der Zustimmung beider Seiten. Bei einseitigem Wunsch des Arbeitgebers ist eine Aenderungskuendigung nötig, die der Arbeitnehmer ablehnen kann. Wichtig: bei Modell-Wechsel muss der Urlaubsanspruch anteilig umgerechnet werden, was bei unterjaehrigem Wechsel zu Reststreitigkeiten führt.

Quellen und Weiterlesen

Häufige Fragen

Was Leserinnen und Leser sonst noch fragen

Welche Wochenmodelle gibt es?
5-Tage-Woche (Mo-Fr, dominierend in DE), 6-Tage-Woche (Mo-Sa, traditionell im Handel und Gastronomie), 4-Tage-Woche (Pilotprojekte). Mischformen wie 5,5-Tage existieren in einigen Tarifverträgen.
Hat eine 6-Tage-Woche mehr Urlaub?
Ja, anteilig. Das BUrlG-Minimum ist 24 Werktage bei 6-Tage-Woche, was 20 Arbeitstagen bei 5-Tage-Woche entspricht. Im Verhältnis bekommt man bei 6-Tage-Woche absolut mehr Urlaubstage.
Wieso laufen Stundenloehne unterschiedlich?
Bei gleicher Wochenstundenzahl ist der Stundenlohn identisch. Wenn aber 40 Stunden auf 5 vs 6 Tage verteilt sind, ist die Tagesarbeitszeit unterschiedlich (8h vs 6,67h). Beim Lohn pro Tag wirkt sich das aus.
Welches Modell ist besser bei Krankheit?
Bei der 5-Tage-Woche werden 5 Krankentage als 1 Woche gewertet. Bei 6-Tage-Woche 6 Krankentage. Im Verhältnis gleich, in absoluter Tagezahl unterschiedlich. Lohnfortzahlung ist in beiden Modellen identisch geregelt.
Kann ich das Modell einseitig ändern?
Nein. Das Wochenmodell ist Bestandteil des Arbeitsvertrags und kann nur einvernehmlich oder durch Aenderungskuendigung geändert werden. Ein Tarifwechsel von 5- auf 6-Tage-Woche bedarf der Zustimmung beider Seiten.

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