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Ratgeber · Kalorien-Mathematik 2026

Arbeitstage berechnen: die genaue Formel mit Beispielen

Die genaue Methode zur Arbeitstage-Berechnung: Kalendertage minus Wochenenden minus gesetzliche Feiertage (werktags). Mit zwei vollstaendigen Beispielen fuer 5-Tage- und 6-Tage-Woche.

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Von Mateusz Viola

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Hinweis: Redaktioneller Inhalt. Keine Rechtsberatung.

Die Formel hinter dem Arbeitstage-Rechner

Die Berechnung der Arbeitstage zwischen zwei Datumsangaben folgt einer simplen Logik mit drei Subtraktionsschritten. Wir starten mit den Kalendertagen und ziehen zwei Mengen ab: erstens die Wochenendtage (Samstag und Sonntag bei 5-Tage-Woche, nur Sonntag bei 6-Tage-Woche) und zweitens die gesetzlichen Feiertage, die auf einen Werktag fallen.

Arbeitstage = Kalendertage - Wochenendtage - Feiertage (werktags)

Wichtig dabei: Feiertage, die auf einen Samstag oder Sonntag fallen, werden nicht doppelt abgezogen. Sie sind aus Arbeitnehmer-Sicht "verlorene" Feiertage. 2026 betrifft das den Tag der Deutschen Einheit, der auf einen Samstag faellt - in den meisten Bundeslaendern bedeutet das einen verlorenen freien Tag.

Rechenbeispiel 1: Januar 2026 in Nordrhein-Westfalen

Wir berechnen die Arbeitstage vom 1. bis 31. Januar 2026 bei 5-Tage-Woche in NRW. Der 1. Januar 2026 ist ein Donnerstag.

  • Kalendertage: 31
  • Wochenenden im Januar 2026: 5 Samstage + 4 Sonntage = 9 Tage (4 volle Wochenenden plus ein angefangenes)
  • Feiertage werktags in NRW: 1 Tag (Neujahr am Donnerstag, 1. Januar)
  • Arbeitstage: 31 - 9 - 1 = 21 Arbeitstage

Heilige Drei Koenige (6. Januar) faellt 2026 auf einen Dienstag, ist aber in NRW kein gesetzlicher Feiertag. In Bayern, Baden-Wuerttemberg und Sachsen-Anhalt waere das ein zusaetzlicher Feiertag, womit die Arbeitstage dort nur 20 betragen wuerden.

Rechenbeispiel 2: 2. Quartal 2026 mit beweglichen Feiertagen

Vom 1. April bis 30. Juni 2026 in Bayern bei 5-Tage-Woche:

  • Kalendertage: 91 (30+31+30)
  • Wochenenden: 13 Samstage + 13 Sonntage = 26 Tage
  • Feiertage werktags in Bayern: Karfreitag (3.4. Freitag), Ostermontag (6.4. Montag), Tag der Arbeit (1.5. Freitag), Christi Himmelfahrt (14.5. Donnerstag), Pfingstmontag (25.5. Montag), Fronleichnam (4.6. Donnerstag) - alle 6 fallen werktags
  • Arbeitstage: 91 - 26 - 6 = 59 Arbeitstage

Auffaellig: Christi Himmelfahrt (Do) und Fronleichnam (Do) liefern ideale Brueckentage. Wer den Freitag danach Urlaub nimmt, hat jeweils 4 freie Tage am Stueck. Mehr dazu im Brueckentage-Strategie-Ratgeber.

Was viele Rechner falsch machen

Online-Rechner haben drei typische Schwaechen. Erstens: sie kennen nur bundesweite Feiertage und blenden Bundesland-spezifische Tage aus. Wer Fronleichnam, Allerheiligen oder Reformationstag nicht korrekt einrechnet, bekommt zu hohe Arbeitstage-Werte. Zweitens: sie behandeln Schaltjahre falsch. Der 29. Februar muss als Kalendertag mitgezaehlt werden, was 2024 und 2028 betrifft. Drittens: sie ignorieren die Sonderregelung Sachsen, wo der Buss- und Bettag (Mittwoch vor dem 23. November) ein zusaetzlicher Feiertag ist.

Wir berechnen die beweglichen Feiertage uebrigens mit der Gaussschen Osterformel aus dem Jahr 1800. Sie ermittelt den Ostersonntag aus Jahr, Mondzyklus und Sonnenkalender und ist bis zum Jahr 4099 mathematisch genau. Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt (39 Tage nach Ostern), Pfingstmontag (50 Tage nach Ostern) und Fronleichnam (60 Tage nach Ostern) werden daraus abgeleitet.

Excel und Google Sheets im Vergleich

In Excel gibt es die Formel =NETTOARBEITSTAGE(start; ende; feiertage_array), die alle Werktage minus Feiertagen zurueckgibt. Standardannahme: 5-Tage-Woche mit Mo-Fr. Fuer 6-Tage-Woche muss =NETTOARBEITSTAGE.INTL(start; ende; 11; feiertage_array) verwendet werden, wobei der dritte Parameter 11 die 6-Tage-Woche (nur Sonntag arbeitsfrei) signalisiert.

Google Sheets nutzt die englischsprachigen Funktionsnamen: =NETWORKDAYS(start; end; holidays) bzw. =NETWORKDAYS.INTL(start; end; 11; holidays). Wichtig: in beiden Tools muss man die Feiertage als separate Liste pflegen. Wer Bundeslaender-Wechsel hat, muss zwei Listen fuehren.

Wann der Tag-genaue Rechner unterlegen ist

Bei sehr langen Zeitraeumen ueber mehrere Jahre kann auch eine grobe Schaetzung reichen: 251 Arbeitstage pro Kalenderjahr bei 5-Tage-Woche im Schnitt. Wer den Zeitraum 2025-2030 abdecken will, kann pro Jahr 251 Tage rechnen und nur am Anfangs- und End-Jahr taggenau pruefen. Fuer Lohnabrechnung oder Vertraege ist taggenau aber Pflicht.

Quellen und Weiterlesen

Häufige Fragen

Was Leserinnen und Leser sonst noch fragen

Wie berechne ich Arbeitstage exakt?
Kalendertage zaehlen, dann Wochenenden abziehen (bei 5-Tage-Woche: Sa+So, bei 6-Tage-Woche: nur So) und schliesslich Feiertage, die auf einen Werktag fallen. Faellt ein Feiertag auf ein Wochenende, wird er nicht doppelt abgezogen.
Werden Samstage als Arbeitstage gezaehlt?
Bei der 5-Tage-Woche nein. Bei der 6-Tage-Woche ja. Im rechtlichen Sinn (z. B. BUrlG) zaehlt der Samstag als Werktag, aber nicht zwingend als Arbeitstag, weil das vom individuellen Arbeitsvertrag abhaengt.
Wie wirken sich Feiertage auf einem Wochenende aus?
Sie reduzieren die Arbeitstage nicht zusaetzlich, weil das Wochenende schon kein Arbeitstag ist. Aus Arbeitnehmersicht gehen solche Feiertage "verloren". 2026 faellt z. B. Tag der Arbeit auf einen Freitag, was wieder positiv ist.
Welche Formel nutzen Excel und Google Sheets?
Excel: =NETTOARBEITSTAGE(start; ende; feiertage). Google Sheets: =NETWORKDAYS(start; ende; feiertage). Beide gehen von einer 5-Tage-Woche aus. Fuer 6-Tage-Woche muss die Formel mit NETWORKDAYS.INTL angepasst werden.
Was passiert mit Schaltjahren?
Schaltjahre haben einen zusaetzlichen Kalendertag (29. Februar). Faellt der auf einen Werktag, gibt es einen zusaetzlichen Arbeitstag. 2024 (Schaltjahr) hatte deshalb ueblicherweise einen Arbeitstag mehr als 2023.

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